Kleiner Denkanstoß zum Kommentar der “Netzwelt”

Sehr geehrte Redakteurinnen/ Redakteure der Netzwelt,

ich war ein bisschen erstaunt über Ihren Kommentar “Shitstorm im Piratenmeer”.   Ein Kommentar zum Artikel in Ihrem Forum  drückt es schon treffend aus. Ihrem Artikel fehlt irgendwie der Bezug zur Realität!

Sie unterstellen den Piraten die Unterteilung der Welt in Gut und Böse. Das ist falsch! Auch wenn ich selber nicht Mitglied in der Partei bin, kann ich von mir sagen, dass ich von meinen Ansichten her ein Pirat bin. Die Piraten sind selber normale Menschen, sie repräsentieren nicht die vereinsamten Jugendlichen, die sich selbst am Wochenende nicht vom Rechner weg bewegen.

Ich erhebe nicht den Anspruch wirkungsvolle Lösungen auf die Probleme des Urheberrechts zu haben. Allerdings gibt extrem viele Möglichkeiten selbst als nicht “Digital-native” im Internet erfolgreich zu sein.

Youtube kann eine sehr große Einnahmequelle sein, nicht für Musiker,  sondern auch für Privatpersonen. Die Labels stellen ein riesen Budget für Musikvideos zur Verfügung.  Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Contentindustrie diese Marketing- / Werbemöglichkeit so ignoriert.

Junge Leute wollen schnell und unkompliziert Musik hören. Youtube ist derzeit der schnellste Weg genau das zu machen. Kann man deswegen von einer Kostenloskultur reden? Nein! Menschen sind sehr wohl bereit für kulturelle Inhalte zu bezahlen, solange das Bezahlen nicht unnötig erschwert wird und die Preise realistisch sind.

Die Piratenpartei ist momentan die einzige Partei, die überhaupt neue Vorschläge und Lösungen bringen. Und die Wähler belohnen das. Das aktuelle Umfragehoch von knapp 13% (Stand 15.04.2012) kommt nicht von irgendwo.

Auch das Argument, dass Musiker keine “Digitalnatives” seien, kann man “auseinander nehmen”. Man muss nicht nach 2000 gebohren sein, um sich Kenntnisse anzueignen.

Dafür kann ich mich selber sehr gut als Beispiel nehmen:  Meinen ersten Pc hatte ich mit 17,5 Jahren. Und nun schreibe ich im Blog, habe meine eigene Internetseite und nutze intensiv Facebook , Google +  und Youtube. Wer jetzt denkt, dass ich mir das Wissen in sehr kurzer Zeit angeeignet habe, der irrt. Schon nach 3 Monaten regelmäßigem Lesen der Fachzeitschrift  “Computerbild” wusste ich über das Wichtigste Bescheid.

Auch mit Arroganz hat das Verhalten der digital Aufgeklärten nichts zu tun. Es drückt meiner Meinung nach eher das extrem große Unverständnis gegen die andauernde Ablehnung die einem Befürworter der Netzkultur entgegen schlägt.

Rechte sind  wichtig, ohne Frage. Die große Mehrheit der “Netzgemeinde” (falls es sie gibt) erkennt das ohne Frage an. Aber das Patente und Rechte dazu missbraucht werden, um Leute abzuzocken ist wohl kaum hinzunehmen.

In einen meiner Artikel  habe ich schon Ideen zum Geld verdienen genannt.

Aber vielleicht ist bei manchen Musikern die Denkweise falsch. Manche Musiker sollten sich fragen, ob der mangelnde Umsatz wirklich nur an den abnehmenden Urheberrechtsverletzungen liegt…

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